Slowakei

Slowakei, Tschechoslowakei, AKW, Pro-Atom, Atom-Ausbau, Mochovce, Bohunice, Hochrisikoreaktor

4 aktive Reaktoren
2 alte Reaktoren aus den 80ern sollen in Mochovce fertig gebaut werden
alle aktiven Reaktoren sind Hochrisikoreaktoren
Stromerzeugung 2016 aus
   » 57% Atomenergie
   » 18% Fossile Brennstoffe (5% Gas, 12% Kohle, 1% Öl)
   » 25% Erneuerbare Energie (17% Wasser, 6% Biomasse, 2% Solar)
25,9 TWh Eigenproduktion, 15 TWh Importe (>65% aus Tschechien), 12,6 TWh Exporte (>75% nach Ungarn)

Geschichte

In der ehemaligen Tschechoslowakei (heute Slowakei) geht in Bohunice 1972 das erste AKW in Betrieb. Nach zwei schweren Zwischenfällen wird das AKW jedoch 1977 schon wieder geschlossen.
Gleichzeitig beginnt der Bau von je zwei neuen Reaktoren in Bohunice und Mochovce. Bohunice ging 1985 in Betrieb, Mochovce nach Verzögerungen im Bau erst 1998 bzw. 1999.
Von der slowakischen Bevölkerung gibt es nur wenig Proteste gegen Atomkraft, wegen der Schließung von Reaktoren gibt es sogar Proteste für die Atomkraftwerke.
Da beide AKW nur 150 km von der österreichischen Grenze entfernt sind, gibt es massive Proteste aus Österreich. Im Zuge des EU-Beitritts wird der Druck auf die Slowakei verstärkt. Das bewirkt zusätzliche Sicherheitsvorrichtungen, die Schließung zweier alter Reaktoren in Bohunice und den Baustopp der Reaktoren 3 und 4 in Mochovce. Seit 2008 wird aber wieder an den Reaktoren weitergebaut.

Ausstieg vs. Ausbau

Die Slowakei plant keinen Atomausstieg, im Gegenteil. Aktuell wird an zwei alten Reaktoren aus den 80er-Jahren - auf Basis der alten Bausubstanz!!! - in Mochovce weitergebaut.

Störfälle und Katastrophen

Der erste Reaktor in Bohunice wird nach zwei schweren Zwischenfällen bereits nach fünf Jahren in Betrieb wieder geschlossen. 1976 ersticken zwei Mitarbeiter durch radioaktiv kontaminiertes Kühlmittel. 1977 kommt es zu einer partiellen Kernschmelze und radioaktiv verseuchtes Wasser tritt aus.
1991 stürzt bei dem Versuch, die Brennelemente aus dem alten Reaktor zu holen, ein Verladekran ein. Mehrere Arbeiter und die Reaktorhalle werden radioaktiv verstrahlt. Der Vorfall wird geheim gehalten, erst 2008 sickern Informationen durch.

Probleme

Beide Standorte sind Hochrisikoreaktoren, sie haben kein Containment - eine Schutzhülle, die bei einem Unfall die Radioaktivität zurückhält.
Durch die Nähe zu Österreich wäre Österreich im Fall eines Atomunfalls massiv betroffen.
In Mochovce sollen die alten Reaktoren 3 und 4 aus den 80er-Jahren fertig gebaut werden. Die alte Bausubstanz stellt jedoch eine große Sicherheitsgefahr dar.
Eine Lösung für die Lagerung des anfallenden Atommülls gibt es auch in der Slowakei nicht.

Mehr Infos und Quellenangabe:
Allg. Infos - kritisch, Deutsch (Global2000)
Allg. Infos - Atomindustrie, Englisch (IAEA)
Energiestatistik, Englisch (IEA)
Foto: AKW Mochovce, © János Korom Dr. - Flickr

Informationsstand 12/2017

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