Ungarn

Ungarn, AKW, Pro-Atom, Atom-Ausbau, Paks, Laufzeitverlängerung, Klage, Uranabbau

4 aktive Reaktoren am Standort Paks
2 neue Reaktoren in Paks geplant
alle Reaktoren sind Hochrisikoreaktoren
Stromerzeugung 2016 aus
   » 51% Atomenergie
   » 38% Fossile Brennstoffe (20% Gas, 18% Kohle)
   » 11% Erneuerbare Energie (7% Biomasse, 2% Wind, 1% Solar, 1% Wasser)
31,8 TWh Eigenproduktion, 19,9 TWh Importe (50% aus Slowakei), 6,2 TWh Exporte (>75% Kroatien)

Geschichte

1959 wird in Ungarn der erste Forschungsreaktor gebaut, von 1982-1987 gehen die vier Reaktoren in Paks ans Netz.
Für alle vier Reaktoren wurden bereits Laufzeitverlängerungen beschlossen. Außerdem sind zwei neue Reaktoren in Planung, die mit Hilfe von russischer Finanzierung und staatlicher Förderung finanziert werden sollen. Dafür kam im Frühjahr 2017 auch die Genehmigung der EU-Kommission.
Österreich reicht im Februar 2018 eine Klage wegen Verletzung des europäischen Wettbewerbsrechts und der fehlenden Ausschreibung beim Ausbau von Paks ein.

In Ungarn gibt es immer wieder Proteste gegen Atomtransporte nach Russland, Atomenergie und den drohenden Uranabbau. Mehrere kleine und große Umweltschutzorganisationen engagieren sich im Kampf gegen die Atomenergie. Die Regierung geht meistens hart gegen Proteste vor, bei einer Demonstration gegen die geplante Laufzeitverlängerung von Paks im Sommer 2003 werden mehrere Aktivist_innen unter fraglichen Umständen verhaftet.

Ausstieg vs. Ausbau

Ungarn plant einen weiteren Ausbau der Atomenergie, in Paks sollen bis 2025 zwei neue Reaktoren entstehen.
Außerdem will Ungarn in Zukunft wieder im eigenen Land Uran abbauen, derzeit wird die Mecsek-Mine saniert.

Störfälle und Katastrophen

2003 gibt es einen schweren Zwischenfall. Bei der Reinigung von 30 Brennelementen werden deren Umhüllungen beschädigt, radioaktive Gase treten aus. Der Reaktor steht daraufhin bis Anfang 2005 still.


Probleme

Alle Reaktoren in Paks sind Hochrisikoreaktoren, sie haben kein Containment - eine Schutzhülle, die bei einem Unfall die Radioaktivität zurückhält.
Der Bau der neuen Reaktoren ist nur mit hoher staatlicher Förderung und Finanzierung durch Russland möglich.

Mehr Infos und Quellenangabe:
Allg. Infos - Atomindustrie, Englisch (IAEA)
Allg. Infos - kritisch, Deutsch (Global2000)
Energiestatistik, Englisch (IEA)
Foto: AKW Paks, © Barna Rovács (Rovibroni)

Informationsstand 12/2017

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