- 2 aktive Reaktoren an 1 Standort
- Stromerzeugung 2023 aus
- 69% Fossile Brennstoffe (65% Gas, 4% Öl)
- 28% Atomstrom
- 3% Erneuerbare Energie (1%Wasser, 1% Biomasse, 0,5% Solar, 0,5% Wind)
- 41 TWh Eigenproduktion, 4,5 TWh Exporte, 4,2 TWh Importe 1
Geschichte
Die Stromerzeugung erfolgt bis 2020 fast ausschließlich mit
Erdgas aus Russland.
In den
80er-Jahren war bereits ein
AKW in Bau, der nach dem Super-GAU von Tschernobyl aber
abgebrochen wurde.
Seit 2013 wird
mit russischer Finanzierung an zwei Reaktoren in Ostrovets gebaut, die
2020 und 2023 ans Netz gehen. Sie kämpfen von Beginn an nicht nur mit
technischen Problemen, sondern auch mit dem
Stromboykott aus Litauen und anderen Nachbarländern.
Von Litauen und Polen gibt es starke
Proteste wegen der unsicheren russischen Bauweise und weiterer Energieabhängigkeit von Russland. Beide Länder haben angekündigt, keinen Strom aus Weißrussland zu importieren.
22025 gibt Weißrussland Pläne für einen 3. Reaktor am Standort Ostrovets, einen möglichen zweiten Standort und ein Endlager in Mogilev bekannt.
3Endlager
Aktuell wird
radioaktiver Müll am AKW-Standort zwischengelagert, abgebrannter Brennstoff wird nach
Russland zur Wiederaufbereitung geschickt. Ein Lager für schwach- und mittelradioaktiven Abfall soll bis 2028 gebaut sein. Erste Pläne für ein Tiefenendlager für hochradioaktiven Müll werden 2023 angekündigt, Details sind keine bekannt, es soll allerdings bis 2030 gebaut werden.
4Tschernobyl
Weißrussland war und ist
am stärksten von dem Super-GAU in Tschernobyl betroffen.
70 Prozent des radioaktiven Fallouts ging auf weißrussischem Gebiet nieder und verseuchten fast ein Viertel des Landes, in den folgenden zehn Jahren stieg die Zahl der Schilddrüsenkrebserkrankungen um mehr als das Siebenfache.
5Störfälle
2016: Bei der Montage rutscht der Reaktordruckbehälter aus der Halterung und prallt auf den Boden. Der Vorfall wird erst zwei Wochen später von einem Anti-Atom-Aktivisten aufgedeckt. Angeblich wurde der Reaktordruckbehälter nicht beschädigt, trotzdem wird er ausgetauscht.
2020: Nach der überstürzten Inbetriebnahme kommt es zu zahlreichen Ausfällen von Transformatoren und des Turbogenerators.
2022: Kontamination des Primärkreislaufs mit Harzen, Inbetriebnahme von Block 2 verzögert sich um mehr als ein Jahr.
6Probleme
- Weißrussland baut neue AKWs, statt erneuerbare Energien zu nutzen bzw. auszubauen.
- Weißrussland bleibt weiterhin stark von Russland abhängig, da der AKW-Bau mit russischen Milliardenkrediten finanziert wurde und auch für den Kernbrennstoff für die nächsten Jahrzehnte von Russland abhängig ist.
Mehr Infos und Quellenangabe:» World Nuclear Industry Status Report 2025, S 559-563 | worldnuclearreport.org, aufgerufen 07/261 Stromproduktion | IEA.org, aufgerufen 07/262Protest aus Litauen | Heise.de 11/20),
Polen gegen Atomeinstieg | Bellona.org 09/173, 4 Atomindustrie Weißrussland | WorldNuclearAssociation.org, aufgerufen 07/265 Nukleare Abhängigkeit von Russland | Heinrich-Böll-Stiftung.de 03/266 World Nuclear Industry Status Report 2025, S 559-563 | worldnuclearreport.org, aufgerufen 07/26Foto:
AKW Ostrovets in BauInformationsstand 07/2026