Spanien

Spanien, AKW, Pro-Atom, Almaraz, Asco, Cofrentes, Trillo, Vandellos, Uranabbau, Hochrisikoreaktor

7 aktive Reaktoren an 5 Standorten
kein Ausstieg geplant
Ausbau: neues Uranminenprojekt ist geplant
alle Reaktoren sind Hochrisikoreaktoren
Stromerzeugung 2016 aus
   » 40% Fossile Brennstoffe (20% Gas, 14% Kohle, 6% Öl)
   » 38% Erneuerbare Energie (18% Wind, 13% Wasser, 2% Biomasse, 5% Solar)
   » 22% Atomenergie
271,2 TWh Eigenproduktion, 15 TWh Importe (<60% Frankreich), 15,1 TWh Exporte (> 50% Portugal)

Geschichte

Das erste AKW Spaniens geht 1969 in Betrieb, zwei in den 1970ern, sieben weitere in den 80er-Jahren.
Ab den 1970ern kamen auch Proteste in der Bevölkerung auf. 1983 folgt nach einem Moratorium eine Baupause, jedoch werden noch vier AKW fertig gestellt. Seitdem wurden keinen neuen AKW mehr gebaut.

Proteste gibt es auch aus Portugal, vor allem gegen das grenznahe AKW Almaraz. An dem Standort wird auch Atommüll gelagert.


Ausstieg vs. Ausbau

1990 wurde nach einem Zwischenfall der erste Reaktor stillgelegt, 2005 und 2012 zwei weitere. Seit der Wirtschaftskrise sind jedoch Laufzeitverlängerungen geplant und sogar die Wiederinbetriebnahme eines alten AKWs war zwischenzeitlich im Gespräch. Ein Atomausstieg ist nicht geplant.

Störfälle und Katastrophen

1989, Vandellos: Nach einem Feuer kommt es zu schweren Problemen mit dem Sicherheitssystem. Die Regierung beschließt, die Kosten seien nicht von den Steuerzahlern, sondern von den Betreibern aufzubringen. Daraufhin wird der Reaktor geschlossen.
2007, Asco: Durch einen Fehler beim Wechsel der Brennelemente gelangt hoch kontaminiertes Wasser und Schlamm in das Belüftungssystem und weiter in die Umgebung und Atmosphäre. Der Betreiber verschweigt den Zwischenfall zuerst, bezeichnet ihn dann als unerheblich.
Eine Überprüfung der spanischen Atomaufsicht ergibt, dass als 300-mal mehr Radioaktivität ausgetreten war, als gemeldet. AKW-Mitarbeiter_inen und Besuchergruppen waren wissentlich der gesundheitlichen Gefährdung durch Radioaktivität ausgesetzt worden.

Probleme

Ein Plan oder gar Lösung für die Endlagerung ist nicht in Sicht und wird auch nicht bearbeitet. Die spanischen Zwischenlager erreichen bald ihre Grenzen.
Alle aktiven AKW sind Hochrisikoreaktoren. Sie sind über 30 Jahre alt und liegen teilweise zusätzlich in einem Erdbebengebiet.
Bei der Wartung wird gespart, die spanische Atomaufsicht überprüft laut Informationen von Umweltorganisationen verspätet oder ungenügend.

Mehr Infos und Quellenangaben:
Allg. Infos - kritisch, Deutsch (Global2000)
Allg. Infos - Atomindustrie, Englisch (World Nuclear Association)
Allg. Infos - Atomindustrie, Englisch (IAEA)
Energiestatistik, Englisch (IEA)
Foto: AKW Vandellòs, © Jorge Franganillo

Informationsstand 12/2017

Andere Länder

↑ Nach oben ↑