- keine aktiven AKWs, 2 Reaktoren stillgelegt
- neues AKW und/oder SMRs geplant
- Stromerzeugung 2024 aus
- 12% Fossile Brennstoffe (10,5% Gas, 1,5% Öl)
- 88% Erneuerbare Energie (42,5% Wind, 17,5% Solar, 12,5% Wasser, 9% Biomasse, 5,5% Abfall), 1% andere
- 8,1 TWh Eigenproduktion, 9,7 TWh Importe, 4,3 TWh Exporte 1
Geschichte
1983 geht das
erste AKW in Ignalina in Betrieb, 1987 folgt ein zweiter Reaktor. Zwei weitere Reaktoren waren geplant, der Bau wird jedoch nach dem Super-GAU in Tschernobyl gestoppt.
Auf Druck der EU hin - die Bauweise der litauischen Reaktoren war beinahe identisch mit den
Tschernobyl-Reaktoren - wird der erste
Reaktor 2005 stillgelegt, der zweite folgt
2009. Beide Reaktoren befinden sich
derzeit im Rückbau, 2022 wurde der abgebrannten Brennstoffe vollständig entfernt, mit Juni 2026 wurde 46% des AKWs rückgebaut. Geschätzte
Rückbaukosten: über 2,5 Mrd. Euro, das meiste davon wird über die European Bank for Reconstruction & Development (EBRD), also Gelder aus den EU-Mitgliedsstaaten finanziert.
2Der nächste Rückbau-Schritt im ist der
Abbau des Reaktorkerns. Litauen ist damit das
erste Land weltweit, das einen Reaktorkern der Tschernobyl-Bauweise abbaut. Dieser Vorgang wird bis zu 25 Jahre dauern.
3Das AKW Ignalina lieferte 72% des Strombedarfs, nach Abschaltung des AKWs wird Litauen vom Stromexporteur zum -importeur.
2007 entstehen von
Litauen, Estland, Lettland und Polen Pläne für den gemeinsamen Bau eines neuen AKWs in Litauen am selben Standort. 2011 zieht sich Polen aus den gemeinsamen Plänen zurück.
2012 genehmigt das litauische Parlament den AKW-Bau zuerst, bei einer
Volksabstimmung stimmen jedoch
68% der Bevölkerung gegen den AKW-Neubau und die Planung verzögert sich weiter. 2016 gibt die Regierung bekannt, der
Neubau des AKWs sei aufgeschoben, bis er kosteneffektiv oder nötig für Energiesicherheit würde.
Die litauische
Energiestrategie von 2024 sieht
Atomenergie wieder als Option vor, möglicherweise die Inbetriebnahme eines
SMRs bis 2038.
2025 nimmt Litauen und weitere baltische Staaten mit dem
Anschluss ans europäische Stromnetz einen wichtigen Schritt für mehr
Unabhängigkeit von Russland.
4Atommüll
Verantwortung und Kosten für die Atommülllagerung trägt die 2001 gegründete staatliche "Radioactive Waste Management Agency (RATA)". Nach 10 Jahren Bauzeit geht 2017 ein Standort für
niedrig- und mittelradioaktive Abfälle in der Nähe des alten AKWs in Betrieb.
5Hochradioaktiver Müll wie abgebrannte Brennstoffe werden ebenfalls am
AKW-Standort zwischengelagert (50 Jahre geplant). Ein
Endlager ist "in Vorbereitung" und soll 2090 fertiggestellt sein.
6Störfälle:
1992: 270 kg Uran werden gestohlen, selbst Jahre später wurde nur ein kleiner Teil wiedergefunden
1994: Notabschaltung beider Reaktoren nach Bombendrohung
2010: bei den Rückbauarbeiten treten 300 Tonnen radioaktiver Schlamm aus und auf dem Gelände des stillgelegten AKWs vergraben
7Probleme
- Pläne für neue AKWs oder SMRs im Land
Mehr Infos und Quellenangabe:1 Stromproduktion | IEA.org, aufger. 08/262, 4, 5 Länderinfos Nuklearindustrie | World Nuclear Association, aufger. 08/263, 6 Weltweit erster Rückbau von Tschernobyl-Reaktorkern-Typ | TVPworld.com 06/267 Proteste und Störfälle Litauen | nuclear-heritage.net, aufger. 08/26Foto: Pumpspeicherkraftwerk Kruonis, ©
SaulelisInformationsstand 08/2026