- 1 aktiver Reaktor (AKW Borssele, seit 1973 in Betrieb)
- Atomausstieg wurde beschlossen, aber 2021 rückgängig gemacht
- Bau neuer AKW nicht ausgeschlossen
- Stromerzeugung 2024 aus
- 45% Fossile Brennstoffe (36% Gas, 8% Kohle, 1%Öl)
- 52,5% Erneuerbare Energie (27% Wind, 7% Biomasse+Abfall, 18% Solar); 0,5% andere
- 3% Atomenergie
- 123,8 TWh Eigenproduktion, 20 TWh Importe und 24,2 TWh Exporte 1
Geschichte
Belgien beginnt 1955 mit dem Bau des ersten Forschungsreaktors. Der erste niederländische Reaktor in Dodewaard mit sehr geringer Leistung (57 MW) geht 1968 in Betrieb und wird 1997 stillgelegt. Das heute noch
aktive AKW Borssele (482 MW) geht
1973 ans Netz und soll
bis 2033 laufen. Ein weiteres AKW war in den 1980er-Jahren geplant, wurde aber nach Tschernobyl verworfen.
2022 gibt die Regierung bekannt, dass das Kernenergiegesetz geändert werden soll, damit das AKW Borssele auch nach Ende der verlängerten Laufzeit (2033) weiterlaufen kann.
2Proteste gibt es in den Niederlanden in den
1980er-Jahren v.a. gegen den Einsatz und die geplante Stationierung von amerikanischen Atomwaffen in den Niederlanden.
3Anti-Atom-Organisationen in den Niederlanden:
www.laka.org,
www.wiseinternational.orgEndlager
Bereits 1984 beschließt die Regierung Atommüll in einem Zwischenlager (100 Jahre) zu lagern und eine "Forschungsstrategie" für ein Endlager. Seit 1992 gibt es am AKW-Standort Borssele ein Lager für niedrig und mittelradioaktiven Müll, 2003 wird das Zwischenlager "HABOG" für hochradioaktiven Müll eröffnet, später soll hochradioaktiver Müll in einem Tiefenlager unterirdisch gelagert werden.
4Abgebrannter Brennstoff wird in La Hague, Frankreich wiederaufbereitet und dann in die Niederlande zurückgeführt.
5Zuständig für die Lagerung des niederländischen Atommülls ist COVRA (Central Organisation for Radioactive Waste). Vorbereitende Untersuchungen für das Tiefenlager wurden durchgeführt und 2018 ihre Ergebnisse veröffentlicht: alle niederländischen radioaktiven Abfälle könnten in tiefen Tonschichten gelagert werden. Um das Jahr 2100 werde eine wohlüberlegte Entscheidung über die geologische Entsorgung getroffen.
6Ausstieg vs. Ausbau
Erste Bestrebungen zum
Atomausstieg seitens der Regierung gab es bereits 1994, das Ausstiegsdatum wurde jedoch mehrmals
verschoben und die Ausstiegspläne
2005 schließlich ganz
aufgegeben.
Seit 2008 wird an einem zweiten
Reaktor in Borssele geplant, wegen "wirtschaftlichen Unsicherheiten" aber nicht fortgesetzt. 2021/22 bzw. 2025 startet die Regierung den nächsten Atomkraft-Wiederbelebungsversuch, 4 Standorte werde in Betracht gezogen, allerdings gehen selbst offizielle Stellen mit keiner Inbetriebnahme vor 2035 aus.
7Störfälle und Katastrophen
1996: Bei Instandhaltungsarbeiten werden mehrere Ventile falsch montiert, eine Sicherheitsentlüftungsleitung steht offen. Erst neun Monate später wird der Fehler bemerkt. Bei einem Störfall wäre Luft ungefiltert in die Umwelt gelangt.
2024: Zwei Mitarbeiter werden bei Wartungsarbeiten radioaktiven Substanzen ausgesetzt. Dank Atemschutz erleiden sie nur äußerliche Verstrahlungen. Der Vorfall passiert im November 2024, Informationen werden erst im Februar 2025 veröffentlicht.
8Probleme
- Das aktive AKW Borssele ist seit 1973 in Betrieb und damit ein Hochrisikoreaktor.
- Die Niederlande nutzen sehr viel Gas zur Stromerzeugung.
Mehr Infos und Quellenangabe:World Nuclear Industry Status Report 2025, S 500-504 | worldnuclearreport.org, aufgerufen 07/261 Stromproduktion 2024 | iea.org, aufgerufen 06/262, 4, 7 Länderinfos World Nuclear Association, aufgerufen 06/263 Demonstrationen gegen Atomwaffen 1981 | isgeschiedenis.nl, aufgerufen 06/265 Überprüfung radioaktives Abfallmanagement 12/23 | iaea.org, aufgerufen 06/266 Organisation COVRA, zuständig für niederländischen Atommüll, aufgerufen 06/268 Arbeiter radioaktiv verstrahlt 02/25 | brusselstimes.com, aufgerufen 06/26Foto: AKW Borselle, ©
A. NagelInformationsstand 06/2026