Bulgarien

Bulgarien, AKW, Pro-Atom, Atom-Ausbau, Kozloduy, Belene, Fossile, Kohle, Hochrisikoreaktor

2 aktive Reaktoren am AKW-Standort Kosloduj
1 neuer Reaktor geplant
Stromerzeugung 2015 aus
   » 50% Fossile Brennstoffe (46% Kohle, 4% Gas)
   » 31% Atomenergie
   » 19% Erneuerbare Energie (12% Wasser, 3% Wind, 3% Solar, 1% Biomasse)
49,2 TWh Eigenproduktion, 4,3 TWh Importe, 14,8 TWh Exporte

Geschichte

1974 geht das erste bulgarische AKW in Kosloduj in Betrieb. Bis 1981 werden am Standort Kosloduj drei weitere Reaktoren, 1988 und 1993 je ein weiterer in Betrieb genommen.
Seit 1980 wird außerdem an einem zweiten Standort in Belene gebaut, wegen finanzieller Probleme allerdings 1991 abgebrochen. 2005 wird beschlossen den Bau wieder aufzunehmen und 2008 gestartet. 2012 wurde das Bauprojekt aufgrund von Finanzierungsproblemen erneut eingestellt.
2002 bzw. 2006 werden die ersten vier Reaktoren in Kosloduj stillgelegt.

In Bulgarien kommt es 1986 nach dem Super-GAU in Tschernobyl zu Protesten gegen die Atomkraftwerke aus der sowjetischen Reaktor-Baureihe. Die massiven Proteste von Bewohner_innen und Umweltschutzgruppen stoppen den Weiterbau des AKW Belene. Auch international wird gegen den Bau in Belene protestiert.

Ausstieg vs. Ausbau

Trotz großen Finanzierungsschwierigkeiten setzt Bulgarien auf einen Ausbau der Atomenergie. Am Standort Kosloduj soll ab 2020 ein neuer Reaktor gebaut werden. Ein neues AKW mit zwei Reaktoren war auch am Standort Belene geplant, wurde jedoch aufgrund von Finanzierungsschwierigkeiten aufgegeben.

Störfälle und Katastrophen

2006: Von 60 Steuerelementen bleiben 22 beim Herunterfahren hängen, es hätte zur Kernschmelze kommen können. Der Störfall wird erst zwei Monate später bekannt.
2012: Betriebsausfall im elektronischen Steuersystem des Turbogenerators. Als der Generator manuell gesteuert werden soll, kommt es zur automatischen Notabschaltung.
2013: Die IAEA stellt bei einem Kontrollbesuch gravierende Sicherheitsmängel fest, es fehlen etwa Richtlinien für den Umgang mit schweren Unfällen.

Probleme

Die aktiven Reaktoren entsprechen nicht den westeuropäischen Sicherheitsstandards.
Der geplante zweite Standort Belene liegt in einem hoch erdbebengefährdeten Gebiet. 2009 gab es in der Region um das geplante Atomkraftwerk Belene ein Erdbeben mit 5,3 auf der Richterskala.

Mehr Infos und Quellenangabe:
Allg. Infos - Atomindustrie, Englisch (World Nuclear Association)
Allg. Infos - kritisch, Deutsch (Global2000)
Energiestatistik, Englisch (IEA)Foto: AKW Kozloduy, © self

Informationsstand 12/2017

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