- 2 aktive Reaktoren am AKW-Standort Cernavoda
- Reaktor 3+4 (Baubegin 1980er) soll weitergebaut werden, SMRs geplant
- Stromerzeugung 2023 aus
- 31% Fossile Brennstoffe (14% Kohle, 16% Gas, 1% Öl)
- 50% Erneuerbare Energie (32% Wasser, 13% Wind, 4% Solar, 1% Biomasse)
- 19% Atomenergie
- 58 GWh Eigenproduktion, 13,1 GWh Exporte, 10,1 GWh Importe 1
Geschichte
Rumänien steigt erst sehr spät in die Atomstromerzeugung ein, 1982 wird mit dem Bau des
ersten AKWs begonnen,
1996 geht es in Betrieb. Der zweite rumänische Reaktor geht nach Verzögerungen beim Bau 2007 in Betrieb. Ursprünglich waren am Standort fünf Reaktoren geplant, wegen wirtschaftlichen Problemen wurden die Reaktoren 3-5 bisher aber nicht fertig gestellt.
2Ausstieg vs. Ausbau
Seit 2017 plant und verhandelt Rumänien die
Generalüberholung von Block 1, 2024 wird auch die Generalüberholung von Block 2 und der
Weiterbau von Cernavoda 3+4 bekannt gegeben. Die Sanierungen sollen 2027 beginnen, mit staatlichen Beihilfen finanziert werden (Antrag bei der EU-Kommission erfolgte 01/26) und eine
Verlängerung der Laufzeit um 30 Jahre ermöglichen.
Bisher waren bereits verschiedene ausländische Unternehmen an Versuchen beteiligt, den Bau der Blöcke 3, 4 und 5 des Kernkraftwerks Cernavoda wiederzubeleben. Laut aktuellen Plänen sollen Block 3+4 2031 bzw. 2032 fertig werden.
3Rumänien will außerdem als erstes europäisches Land
SMRs bauen (Pläne und Verhandlungen seit 2019). Mit US-Unterstützung und Finanzierung sollte der erste SMR der Firma NuScale ursprünglich 2027 oder 2028 fertig sein. Aktuell ist 2030 geplant, was
komplett unrealistisch ist, denn zuvor muss eine Studie durchgeführt und der Reaktortyp lizensiert werden, außerdem hat NuScale noch nie einen Reaktor tatsächlich gebaut.
4Rumänien hat
Uranvorkommen und mehrere Uranminen, die letzte Mine wird jedoch 2021 stillgelegt.
5Endlager
Abgebrannter Brennstoff wird aktuell am Standort Cernavoda zwischengelagert. In der Nähe ist ein Oberflächenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Bau.
Voruntersuchungen für ein Tiefenlager für hochradioaktive Abfällen laufen seit 1992, es gibt sechs mögliche Standorte.
6Störfälle und Katastrophen
2012 + 2013: Automatische Schnellabschaltung eines Blocks wird unerwartet ausgelöst.
72016: Eine Stromleitung im Reaktor wird beschädigt, die Schnellabschaltung wird ausgelöst.
82018: Unerwartete Trennung vom Netz
92026: Automatische Abschaltung wegen defektem Transformator, gleichzeitig Wartungsarbeiten im 2. Block
10Probleme
- Das AKW Cernavoda liegt in einem Erdbebengebiet. 11
- Wie bei mehreren anderen AKW-Neubauten konnte ein Investor für den Weiterbau der zwei Reaktoren nur gegen Fixpreisgarantie gefunden werden. Das verstößt gegen das EU-Wettbewerbsrecht und beweist, dass AKW im Grunde unwirtschaftlich und unfinanzierbar sind.
Mehr Infos und Quellenangabe:» World Nuclear Industry Status Report 2025, S 539-543 | worldnuclearreport.org, aufgerufen 07/261 Stromproduktion | IEA.org, aufgerufen 07/262 Atomindustrie Rumänien | WorldNuclearAssociation.org, aufgerufen 07/263 Atomindustrie Rumänien | WorldNuclearAssociation.org, aufgerufen 07/26,
World Nuclear Industry Status Report 2025, S 539-543 | worldnuclearreport.org, aufgerufen 07/264 World Nuclear Industry Status Report 2025, S 539-543 | worldnuclearreport.org, aufgerufen 07/265 Uranminen in Europa | Nuclear Free Future Foundation, aufgerufen 07/266 Atomindustrie Rumänien | WorldNuclearAssociation.org, aufgerufen 07/267 Notabschaltung 2013 | romania-insider.com 01/138 Notabschaltung 2016 | romaniajournal.ro 11/169 Abschaltung 2018 | TheWatchers.news 03/1810Panne im AKW | Nova.News 05/26,
Abschaltung 2026 | serbia-energy.eu 05/2611 AKW in Erdbebengebiet | RadioFreeEurope, aufgerufen 07/26)Foto: AKW Cernavoda, ©
HaStInformationsstand 07/2026