Drei Aktivisten, unter anderem atomstopp-Geschäftsführer Herbert Stoiber und eine Aktivistin in gelben T-Shirts mit der Aufschrift atomstopp Oberösterreich halten auf einer Wiese ein großes Protestbanner mit der Aufschrift "Vorrang für Erneuerbare Energien: Kein Frühling für die Atomenergie!". Im Hintergrund sind die dampfenden Kühltürme und das AKW Temelin zu sehen.

atomstopp: Gefährliche Laufzeitverlängerung auf 80 Jahre in Temelin

15.07.26 - Die beiden Temelin-Reaktoren gingen 2000 bzw 2002 ans Netz. Sie wurden für eine Laufzeit von 30 Jahren konzipiert, wären also in einigen Jahren abzuschalten. Der tschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlícek verkündete nun, dass sie bis 2080 bzw. 2082 laufen sollen, also mehr als zweieinhalb Mal so lange wie ursprünglich geplant.

"Auch Modernisierungen ändern nichts an einem grundlegenden Problem: Auch in Temelin nehmen Materialermüdung, Korrosion und Alterungsprozesse zu, während besonders wichtige Komponenten, etwa der Reaktordruckbehälter, nicht ausgetauscht werden können. Laufzeitverlängerungen erhöhen daher zwangsläufig die Risiken", warnt Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben!

Für die Atomindustrie ist diese gefährliche Strategie allerdings die einzige Chance, nicht schon in wenigen Jahren vollkommenen bedeutungslos zu werden. Schließlich hat sich der Anteil von Atomstrom an der weltweiten Stromproduktion in den vergangenen 30 Jahren auf derzeit etwa 9 Prozent halbiert. Da die weltweite AKW-Flotte durchschnittlich 32 Jahre alt ist, müssten die allermeisten Reaktoren schon abgeschaltet sein oder wären in den nächsten Jahren abzuschalten. Damit wäre die Atomindustrie Geschichte. Dagegen wehrt sie sich ohne Rücksicht darauf, welchen Preis die Menschheit dafür zu zahlen hat.

"Die Laufzeitverlängerung von Temelín zeigt exemplarisch die Sackgasse der Atomkraft: Alte Reaktoren sollen immer länger laufen, während die Mengen an Atommüll weiter wachsen. Die österreichische Bundesregierung muss sich auf allen Ebenen entschieden gegen diese Entwicklung aussprechen", fordert Stoiber.

Rückfragen & Kontakt:
Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51
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