Frankreich baut Atomkraft stark aus

12.02.26, Quelle: spiegel.de

Frankreich baut Atomkraft stark aus
Anmerkung von atomstopp:

Die meisten Menschen lesen die Schlagzeile eines Artikels, vielleicht noch den Untertitel und beginnen eventuell noch im Text. In diesem Fall stellt sich das so dar (Titel - Untertitel - erster Absatz, dazwischen ein Bild eines laufenden französischen AKW mit vier, davon drei dampfenden Kühltürmen):

Frankreich baut Atomkraft stark aus

Die Regierung in Paris setzt voll auf Atomstrom, in den kommenden Jahren soll die Produktion erhöht werden. Erneuerbare Energiequellen sollen langsamer ausgebaut werden als zuvor geplant.

Neue Atomkraftwerke, längere Laufzeit: Frankreich plant mit mehr Atomenergie. Die Produktion von Atomstrom soll bis 2030 erhöht werden, kündigte Frankreichs Premier Sébastien Lecornu bei der Vorstellung der Strategie zur Energieversorgung des Landes an. Der Anteil fossiler Energiequellen soll von 58 Prozent im Jahr 2023 auf 40 Prozent bis 2030 sinken.


Wer bis hierher gelesen hat, muss glauben, dass Frankreich in der Lage ist, bis 2030 Atomkraft auszubauen.

Dazu ist festzuhalten: Selbst nach Angaben der französischen Regierung soll der nächste neue Reaktor erst 2038 in Betrieb gehen. Also keine Rede von in den nächsten Jahren. Für den letzten in Frankreich gebauten Reaktor hat man - obwohl man nur einen gebaut hat - 17 Jahre reine Bauzeit, gebraucht. Für die angesprochenen neuen Projekte sind die Planungen bei weitem nicht abgeschlossen.

Die angekündigte höhere Produktion bis 2030 könnte daher ausschließlich aus einer höhere Auslastung der bestehenden Flotte stammen. Aber Frankreichs Atomkraftwerke sind im Durchschnitt alt, viele wurden in den vergangenen Jahren wegen Wartungsproblemen oder Korrosionsschäden zeitweise abgeschaltet. Zudem müssen Reaktoren etwa bei hohen Flusswassertemperaturen - etwa in warmen Sommern - ihre Leistung drosseln.

Aber das Narrativ der Atomlobby funktioniert aber selbst bei seriösen Medien wie dem Spiegel ganz ausgezeichnet.

Hier der Link zum ganzen Artikel
↑ Nach oben ↑