Kein Blankoscheck für ein AKW an unserer Grenze. Deine Stimme zählt!

Nur rund 50 Kilometer von Oberösterreich entfernt plant Tschechien in Temelín einen sogenannten Small Modular Reactor (SMR). Auch wenn diese Reaktoren als klein bezeichnet werden, können sie eine Leistung von fast 500 Megawatt erreichen. Welcher Reaktortyp konkret errichtet werden soll, ist bislang offen. Trotzdem soll bereits jetzt eine Prüfung der möglichen Umweltauswirkungen erfolgen.

Bis 4. Dezember 2026 kann dazu Stellung genommen werden. Jede Stellungnahme aus Oberösterreich wird offiziell an die tschechische Behörde weitergeleitet und muss im Verfahren berücksichtigt werden. Je mehr Menschen mitmachen, desto deutlicher ist das Signal.


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  3. Einen persönlichen Satz ergänzen. Er macht die Stellungnahme stärker als jede Kopie. Zum Beispiel:
    "Ich lebe mit meiner Familie in Freistadt, keine 60 km von Temelín entfernt."
    "Als Landwirtin lebe ich von gesunden Böden und sauberem Wasser."
    "Ich möchte, dass meine Kinder ohne Atomrisiko an der Grenze aufwachsen."
  4. Abschicken bis 4. Dezember 2026: per E-Mail an [email protected] oder per Post an das Amt der Oö. Landesregierung, Kärntnerstraße 10-12, 4021 Linz.
  5. Weitersagen: Schick diese Seite an drei Menschen, denen Oberösterreich am Herzen liegt. Jede Stimme zählt.


MUSTER-STELLUNGNAHME SMR TEMELÍN

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Absender: Vorname, Nachname · Straße, Hausnummer · PLZ, Ort
An: Amt der Oö. Landesregierung, Kärntnerstraße 10-12, 4021 Linz
Betreff: Grenzüberschreitende UVP „Neue SMR-Kernkraftanlage am Standort Temelín“ – meine Stellungnahme

Sehr geehrte Damen und Herren,
[Persönlicher Satz, z. B.: Ich lebe in …, nur … km von Temelín entfernt.]
ich erhebe Einspruch gegen den geplanten Small Modular Reactor (SMR) am Standort Temelín, nur rund 50 km von Oberösterreich entfernt. Die vorgelegten Unterlagen sind unvollständig. Auf dieser Grundlage kann die Umweltverträglichkeit nicht seriös beurteilt werden. Meine Gründe:
1. Geprüft wird ein Reaktor, den es nicht gibt. Die Unterlagen bewerten keinen konkreten Reaktor, sondern nur einen Rahmen mit Höchstwerten. Der Lieferant soll erst nach der Prüfung ausgewählt werden. Der als Referenz genannte Rolls-Royce-Reaktor ist weder fertig entwickelt noch in seinem Herkunftsland Großbritannien genehmigt, und weltweit gibt es keine einzige Anlage dieses Typs. Eine Umweltprüfung auf dieser Grundlage wäre ein Blankoscheck für einen unbekannten Reaktor.
2. Der schlimmste Unfall für Österreich wurde nicht berechnet. Das österreichische Umweltbundesamt hat empfohlen, auch einen schweren Unfall mit frühem Versagen der Schutzhülle (Containment) zu bewerten. Die Unterlagen gehen dagegen davon aus, dass die Schutzhülle auch bei einer Kernschmelze hält. Gerade die Folgen für Österreich bleiben so unbeantwortet. Auch die Behauptung, rund um einen Small Modular Reactor (SMR) sei keine Notfallschutzzone mehr nötig, ist nicht belegt, solange das Sicherheitsniveau des Reaktors nicht feststeht.
3. Fünf Reaktoren an einem Ort. In Temelín laufen bereits zwei Reaktorblöcke, dazu kommen ein Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente und zwei weitere geplante große Blöcke. Nun soll ein Small Modular Reactor (SMR) folgen und weniger als 3 km entfernt befindet sich der potenzielle Standort für das Endlager für hochradioaktiven Atommüll. Diese Ballung von Risiken muss gemeinsam bewertet werden, nicht Anlage für Anlage.
4. Atommüll ohne Lösung. Ein Endlager soll in Tschechien frühestens 2050 in Betrieb gehen, der Standort ist offen. Welche Mengen und welche Art von Atommüll dieser Reaktor erzeugt, bleibt unklar, weil der Reaktor selbst unklar ist. Damit kann auch die Vorgabe aus dem vorherigen Verfahrensschritt nicht erfüllt werden, die Abfallmenge pro erzeugte Strommenge zu bewerten.
5. Keine Alternativen geprüft. Die tschechische Behörde hat verlangt, das Projekt mit einer Variante ohne Bau zu vergleichen. Ein ernsthafter Vergleich mit erneuerbaren Energien, Speichern und Energieeffizienz fehlt aber. Diese Alternativen sind schneller verfügbar und hinterlassen keinen Atommüll.
6. Wasser in der Klimakrise. Der Reaktor soll 60 bis 80 Jahre laufen, gemeinsam mit vier weiteren Reaktoren am selben Standort. Die Betreiberin räumt in ihren eigenen Unterlagen ein, dass die Wasserversorgung aus der Moldau in einem Klimaszenario um 2060 und 2080 unsicher werden könnte. Beim AKW Cernavodă in Rumänien wurde das Kühlwasser in heißen Sommern bereits knapp. Eine Analyse der Wasserversorgung für alle Anlagen am Standort über deren gesamte Laufzeit, unter Berücksichtigung der Klimakrise muss durchgeführt werden.

Meine Forderungen:
- Die Unterlagen sind an die Betreiberin zurückzugeben. Die UVP ist auszusetzen, bis ein konkreter Reaktor feststeht und in seinem Herkunftsland genehmigt ist. Dann ist eine neue UVP mit voller Beteiligung der Öffentlichkeit durchzuführen, die folgende Punkte berücksichtigt:
- Die Folgen eines schweren Unfalls mit Versagen der Schutzhülle für Österreich sind zu berechnen.
- Alle Anlagen am Standort Temelín sind gemeinsam zu bewerten.
- Alternativen wie erneuerbare Energien, Speicher und Effizienz sind ernsthaft zu prüfen.
- In Oberösterreich ist eine öffentliche Anhörung durchzuführen.

Unabhängig von den konkreten Forderungen in dieser Stellungnahme spreche ich mich grundsätzlich gegen den Ausbau der Atomkraft aus. Ich halte Atomkraft für keinen zukunftsfähigen Weg der Energieversorgung und setze mich stattdessen für eine sichere, nachhaltige Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien ein.

Ich ersuche, meine Stellungnahme im Verfahren zu berücksichtigen und mich über den weiteren Verlauf zu informieren.

Mit freundlichen Grüßen
Ort, Datum · Unterschrift


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